Dystopien

Dystopien

Science-Fiction-Erzähler nutzen die Gattung, um ihren Mitmenschen einen Spiegel vor Augen zu halten. Sie projizieren etwas scharf in ihr Bewusstsein hinein, was in der Gesellschaft latent vorhanden ist. Sci-Fi-Geschichten spielen zwar oft in der Zukunft, behandeln aber Probleme der Gegenwart.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Jugendbuch- und Filmreihe „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“. Dort regiert nach einem apokalyptischen Zusammenbruch in der Zukunft eine präsidiale Diktatur. Wesentliches Standbein der Macht in der Romanreihe von Suzanne Collins sind die Medien und „Die Hungerspiele“. Sie sind moderne Gladiatorenkämpfe, die beängstigende Parallelen zu den heutigen Castingshows aufweist. Für die Leser und Kinozuschauer bieten „Die Tribute von Panem“ einen aufschlussreichen Blick in die Mechanismen der Machtausübung mithilfe der Medien.

Solche Dystopien haben eine lange Vorgeschichte: In George Orwells „1984“ wird bereits die technologisch hoch entwickelte Überwachungsgesellschaft vorweggenommen.

Typisch für viele Dystopien ist der Zusammenbruch der Gesellschaftsordnung. An die Stelle der Rechtsordnung tritt das Recht des Stärkeren. Die bekannte Filmreihe „Mad Max“ und John Carpenters legendärer Sci-Fi-Thriller „Die Klapperschlange“ zeigen auf beängstigende Weise die Rückkehr zum Triebverhalten und zur Barbarei.

In diesem Sinne bedeutet die Dystopie oft einen Rückfall in archaische Verhältnisse, obwohl die Story in der Zukunft spielt.

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